Keine Drohnenfabrik auf der Senderwiese

Und wie geht's weiter?

Wir wollen die Senderwiese als wertvolle Freifläche bewahren

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Es muss schnell gehen

Nach bayerischem Kommunalrecht greift ein verbindlicher Stopp der laufenden Planungen erst dann, wenn das Bürgerbegehren offiziell geprüft und für zulässig erklärt wurde.

Dafür hat die Gemeinde bis zu einen Monat Zeit – deshalb zählt jetzt jeder Tag.

Bürgerentscheid vs Ratsbegehren

Die Gemeinde will nun mit einem Ratsbegehren Anfang Juli Fakten schaffen. Aus unserer Sicht geht es dabei vor allem darum, den bereits gefassten Gemeinderatsbeschluss zur Bebauung der Senderwiese nachträglich legitimieren zu lassen.

Dabei war weder vor dem Beschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans im März noch bei der Bürgerinformation davon die Rede, die Bürgerinnen und Bürger selbst entscheiden zu lassen. Erst als sich Widerstand formierte und die Gründung der Bürgerinitiative abzeichnete, soll plötzlich die Bevölkerung befragt werden.

Wenn die Menschen mitentscheiden sollen, dann von Anfang an – und nicht erst dann, wenn die Entscheidung im Grunde schon vorbereitet und getroffen ist.
Jetzt ist der Moment, gemeinsam ein Zeichen zu setzen und dafür zu sorgen, dass die Bürgerinnen und Bürger wirklich mitentscheiden können.

Vollzugsstopp entscheidend

Ziel der Bürgerinitiative ist es, jetzt schnell möglichst viele Unterschriften zu sammeln. So soll erreicht werden, dass das Bürgerbegehren rasch geprüft und der Bürgerentscheid möglichst gleichzeitig mit dem Ratsbegehren stattfinden kann.

Denn klar ist: Die Bürgerinnen und Bürger sollen mitentscheiden, bevor durch die Bauleitplanung Fakten geschaffen werden.

Die Wiese ist wertvoll

Die Senderwiese soll so bleiben, wie sie ist, da die Senderwiese ein Lebensraum für geschützte Arten ist. Ja, man sieht es ihr vielleicht nicht an, aber die Wiese ist wertvoll.
Feldlerchen Schafstelze, Eidechsen, Wildbienen, Schwebfliegen, Käfern, so der BUND, um nur einige zu nennen, sind auf eine magere Bodenbeschaffenheit (Anmoor, Almkalk) und extensive Nutzung angewiesen.

Mit 75ha Größe ist sie ein bedeutender Trittstein in der Vernetzung mit Nachbarbiotopen (Dietersheimer Brenne, Garchinger Heide, Naturschutzgebiete Gfällach und Zengermoos, Ismaninger Speicherseen). Der Erhalt dieser Trittsteine ist eine der Voraussetzungen für den Erhalt unserer Natur.

Ihre Wertigkeit ist vergleichbar mit der Einstellung der forstlichen Nutzung der Isarauen (jetzt Naturwald Mittlere Isarauen), die Garchinger Heide und der Grünbrücke über die B301 bei Erching.

Landesverteidigung. Kriegsindustrie

In diesen beiden Punkten gibt es auch innerhalb der Bürgerinitiative unterschiedliche Meinungen. Einigkeit besteht beim Thema Landesverteidigung – also dem Schutz unseres Landes vor äußeren Bedrohungen. Aber muss es die Senderwiese sein? Gibt es nicht bereits versiegelte Flächen?

Unterschiedlich bewertet wird hingegen die Ansiedlung von Unternehmen der Rüstungs- beziehungsweise Verteidigungsindustrie. Gemeint sind Firmen, die Waffen, Munition, militärische Technologien oder sogenannte Dual-Use-Produkte herstellen. Oft wird dabei neutraler von „Sicherheits- und Verteidigungsindustrie“ gesprochen. Für viele bleibt es dennoch Kriegsindustrie – weil die entwickelten Produkte letztlich für militärische Einsätze und bewaffnete Konflikte bestimmt sind.

Gerade deshalb ist es wichtig, diese Debatte offen, respektvoll und ohne gegenseitige Zuschreibungen zu führen. Denn die Frage, welche Art von Industrie eine Gemeinde ansiedeln möchte, betrifft nicht nur wirtschaftliche Interessen, sondern auch Werte, Identität und das Selbstverständnis eines Ortes.

Wir brauchen sauberes Wasser

Das Wasserwerk Eichet mit seinen drei Tiefbrunnen – einem rund 100 Meter tiefen sowie zwei weiteren mit jeweils etwa 80 Metern Tiefe – wurde 2002 in Betrieb genommen. Es versorgt die Gemeinde Hallbergmoos zuverlässig mit Trinkwasser und dient zugleich als wichtige Versorgungsreserve für den Flughafen München.

Das geförderte Grundwasser stammt aus tiefen, besonders geschützten Wasserschichten und gilt als wertvolle Ressource für die langfristige Trinkwasserversorgung der Region. Zum Schutz dieser sensiblen Vorräte wurde rund um das Wasserwerk ein Wasserschutzgebiet eingerichtet. Dort gelten strenge Auflagen, um mögliche Gefahren für das Grundwasser frühzeitig auszuschließen.

Die geplante Bebauung der Senderwiese liegt nur etwas mehr als 1,2 Kilometer vom Wasserwerk entfernt. Gerade deshalb sehen viele Bürgerinnen und Bürger die Nähe zu einem so wichtigen Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge kritisch. Denn Trinkwasser zählt zu den sensibelsten und wichtigsten Gütern überhaupt. Eingriffe in unmittelbarer Nähe eines Wasserschutzgebiets werfen daher verständlicherweise Fragen nach möglichen Risiken, nach zusätzlicher Flächenversiegelung und nach den langfristigen Auswirkungen auf Natur, Umwelt und Grundwasser auf. Hinzu kommt: Ein einmal belastetes oder geschädigtes Grundwasservorkommen lässt sich oft nur mit enormem Aufwand – oder gar nicht mehr vollständig – wiederherstellen. 

Gewerbesteuer? Ja bitte!

Wir wissen: Die Kommune braucht Gewerbesteuereinnahmen. Aber derzeit wird mit Erwartungen argumentiert, nicht mit belastbaren Zahlen. Ob die geplante Drohnenfabrik tatsächlich in relevantem Umfang zur Finanzierung kommunaler Aufgaben beiträgt, ist völlig offen. Aussagen, wonach dadurch Kita-Gebühren stabil bleiben oder gar eine neue Grundschule finanziert werden könne – obwohl laut vorliegenden und prognostizierten Zahlen aktuell kein entsprechender Bedarf besteht – sind aus unserer Sicht nicht seriös belegbar.

Entscheidend ist doch die Frage: Wann kommt überhaupt der erste Cent Gewerbesteuer in Hallbergmoos an?
Unternehmen schreiben gerade in der Aufbauphase oft über Jahre keine Gewinne. Gleichzeitig entstehen aber bereits jetzt Kosten für Infrastruktur, Planung und Erschließung.

Deshalb braucht es eine ehrliche und transparente Diskussion – ohne Versprechungen, die heute niemand garantieren kann.

Wir wollen kein Angriffsziel werden

Die geplante Ansiedlung einer Drohnenfabrik auf der Senderwiese wirft viele Fragen auf – nicht nur wirtschaftliche, sondern auch sicherheitspolitische.
Denn eines macht vielen Bürgerinnen und Bürgern Sorgen:
Wollen wir wirklich, dass Hallbergmoos mit militärischer Produktion in Verbindung gebracht wird?

Das russische Verteidigungsministerium hat Mitte April 2026 eine Liste europäischer Unternehmen veröffentlicht, die angeblich Drohnen oder Drohnenteile für die Ukraine herstellen. Diese Firmen wurden dort als „potentielle Ziele“ bezeichnet.  Auch wenn niemand sagen kann, was daraus tatsächlich folgt, zeigt es doch deutlich: Wer militärische Technologie produziert, gerät stärker in den Fokus internationaler Konflikte.

Ja, Hallbergmoos liegt in unmittelbarer Nähe zum Flughafen München – einer wichtigen Infrastruktur, die im Ernstfall ohnehin als sensibles Ziel gelten könnte.
Aber genau deshalb stellt sich doch die Frage:
Müssen wir dieses Risiko zusätzlich erhöhen, indem wir auch noch eine Drohnenfabrik direkt vor Ort ansiedeln?

Wir finden: Hallbergmoos soll ein lebenswerter, sicherer Ort bleiben – für Familien, Kinder, Vereine und alle, die hier zuhause sind.
Unsere Gemeinde darf nicht zusätzlich mit Krieg, Rüstungsproduktion und möglichen Bedrohungen in Verbindung gebracht werden.

Die Frage ist deshalb ganz einfach:
Wollen wir ein potentielles Angriffsziel werden?

Unsere Antwort lautet klar: Nein.

https://www.merkur.de/politik/medwedew-droht-nach-selenskyj-besuch-in-berlin-mit-angriffsliste-94266277.html

Keine weitere Versiegelung

Hallbergmoos hat bereits mehrere große Gewerbegebiete. Aktuell entsteht an der Dornierstraße ein weiteres neues Gewerbegebiet. Dort werden zusätzliche Flächen bebaut und versiegelt.

Unsere Gemeinde hat damit bereits einen großen Beitrag für Gewerbe, Arbeitsplätze und Unternehmen geleistet. Deshalb stellt sich die Frage: Muss jetzt wirklich auch noch die Senderwiese geopfert werden?

Die Senderwiese ist eine der letzten wertvollen Freiflächen in Hallbergmoos. Sie prägt das Ortsbild, dient als wichtige Grünfläche und sollte nicht weiter versiegelt werden.

Wenn sich Unternehmen ansiedeln möchten, dann sollten zuerst bereits ausgewiesene und zur Bebauung freigegebene Flächen genutzt werden – gerne auch an anderen Standorten in Hallbergmoos. Möglichkeiten dafür gibt es bereits.

Es muss nicht ausgerechnet die Senderwiese sein.

Warum eine Bürgerinitiative?

Kern des Bürgerbegehrens ist die Forderung an den Gemeinderat, den Beschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans für das Gebiet aufzuheben. Die BI sieht darin den entscheidenden Hebel, um die ökologisch wertvolle Senderwiese vor einer großflächigen industriellen Versiegelung zu bewahren.

Im Mittelpunkt steht die Aufhebung eines bereits gefassten Gemeinderatsbeschlusses, der sich für die Ansiedlung ausgesprochen hatte. 
Die Initiative verfolgt ein klares Ziel: Die Rücknahme der Änderung des Flächennutzungsplans und Aufhebung des Bebauungsplans für das Areal der „Senderwiese“, um die Ansiedlung einer industriellen Drohnenfabrik zu verhindern.

So bleibt ihr auf dem Laufenden

Wir halten Euch auf dem laufenden: Was tut sich bei der Initiative? Wie gehts weiter? Welche Verannstaltungen stehen auf dem Programm? Wie kannst Du unterstützen?